Werner von Siemens
1816–1892
Berlin / Preußen
Werner von Siemens gehört zu den bedeutendsten Unternehmern und Erfindern der deutschen Geschichte. Aus einer verarmten Offiziersfamilie stammend, baute er ein Weltunternehmen auf, das noch heute seinen Namen trägt.
Vom Gefängnis zum Erfinder
Siemens’ Weg begann ungewöhnlich. Als junger Artillerieoffizier saß er wegen eines Duells in Festungshaft — und nutzte die Zeit, um in seiner Zelle zu experimentieren. Seine ersten Versuche zur Galvanotechnik legten den Grundstein für seine spätere Karriere.
Die Telegrafenlinie
1847 gründete Siemens zusammen mit dem Mechaniker Johann Georg Halske die Firma Siemens & Halske in einer Berliner Hinterhauswerkstatt. Ihr erster großer Auftrag: eine Telegrafenlinie von Berlin nach Frankfurt, für die Nationalversammlung in der Paulskirche. Es war der Beginn eines Unternehmens, das bald Telegrafenlinien durch ganz Europa und unter den Atlantik verlegte.
Der Dynamo
1866 entdeckte Siemens das dynamoelektrische Prinzip — eine Erfindung, die das Zeitalter der Elektrizität einleitete. Erstmals konnte elektrischer Strom in großem Maßstab erzeugt werden, ohne auf teure Batterien angewiesen zu sein. Es war der Durchbruch, der Elektrizität vom Laborexperiment zur Alltagstechnik machte.
Ein Erbe, das bleibt
Werner von Siemens verstand sich nicht nur als Erfinder, sondern als Gestalter. Er forderte ein Patentgesetz für Deutschland, setzte sich für die Ausbildung von Ingenieuren ein und finanzierte die Physikalisch-Technische Reichsanstalt. Sein Unternehmen war eines der ersten, das eine betriebliche Altersvorsorge und eine Gewinnbeteiligung für Arbeiter einführte.
In seinen Lebenserinnerungen, die er kurz vor seinem Tod verfasste, beschrieb Siemens seinen Weg mit einer Mischung aus Nüchternheit und Stolz. Es ist ein Dokument deutschen Unternehmertums, das heute aktueller ist denn je.
Werner von Siemens’ „Lebenserinnerungen” erscheinen in der Edition Fortschritt des Verlag Kawerau.